Sonntag, 9. Juli 2017

Gigathlon 2017

Nachdem wir schon zwei Mal zu zweit und diverse Male im Team-of-Five am Gigathlon am Start waren, hatten wir für uns dieses Kapitel im 2015 mit der Ausgabe in Aarau eigentlich abgeschlossen. Als der Gigathlon im 2017 für Zürich angekündigt wurde, die Inlinestrecken zu Citytrails umgewandelt wurden und wir realisierten, dass wir nicht zwingend einen Supporter brauchen würden, hat es uns trotzdem nochmals gepackt und wir meldeten uns an.
Es war also sozusagen ein Heimrennen, da wir viele der Strecken schon grösstenteils kannten, sind wir im Vorfeld auch nur die Bikestrecken abgefahren und haben den Rest auf uns zukommen lassen. Etwas weniger erfreut waren wir, als wir von den Startzeiten erfuhren, am Samstag um 5:00h und am Sonntag um 7:00h. Mit zu Hause Schlafen wurde also nichts, so würde es zwei unruhige Nächte im Zelt geben. Mit Peter haben wir auch noch einen Supporter gefunden, welcher diese Aufgabe mit Freude erfüllte. Aber nun der Reihe nach:
Am Freitagnachmittag fuhren wir zuerst nach Uster, wo Philippe sein Bike in der Sportanlage Buchholz abgeben musste. Anschliessend ging es mit dem restlichen Material nach Zürich in die Saalsporthalle, wo wir die Startunterlagen abholten und das Zelt aufstellten. Um 15:00h hatten wir schon alles erledigt, so dass wir uns entschieden unseren Supporter, Peter, im Letztibad zu treffen und uns dort vor dem Abendessen abzukühlen. Anschliessend ging es zurück in die Saalsporthalle, wo wir uns mit Pasta verpflegten und bald darauf im Zelt Schlaf suchten.
Am Samstagmorgen klingelte der Wecker um 3:30h, ich hatte das Gefühl die ganze Nacht kein Auge zugetan zu haben. Nun ging es in die 100m entfernte Saalsporthalle zum Frühstück. Um 5:00h noch im Dunkeln dann der Startschuss zum 12km langen Citytrail. Schon bald ging es durch Parks, Treppen hoch, Treppen runter, über die Polyterrasse, durch den Lichthof der Uni und dann wieder hinunter Richtung See zum Zürihorn, wo ich nach etwa 64 Minuten eintraf. Dort angekommen wartete bereits Philippe mit dem Neopren auf mich. Gefühlt brauchte ich 5 Minuten bis ich in diesem Teil drin war, da ich bereits ordentlich geschwitzt hatte. Über einen kurzen Kiesweg ging es barfuss (Autsch die Erste!) in den Zürichsee. Nachdem ich die erste Boje mit etwas Schwierigkeiten gefunden hatte, schwamm ich von Boje zu Boje Richtung Zollikon und ein paar Meter weiter draussen wieder zurück ins Zürihorn. Für die Schwimmstrecke brauchte ich um die 65 Minuten. Als ich aus dem Wasser war ging es wieder barfuss über den Kiesweg (Autsch die Zweite!) zurück in die Wechselzone. Dort übergab ich den Chip an Philippe, welcher sich nun mit dem Rennrad auf eine 80km Runde durchs wunderschöne Züri Oberland mit Ziel in der Sportanlage Buchholz in Uster begab. In der Zwischenzeit machte ich mich mit Peter auf Richtung Bahnhof Stadelhofen, wo wir den Zug nach Uster nahmen. Da wir in Uster mehr als genug Zeit hatten, gönnten wir uns in der Bäckerei/Konditorei Steiner noch einen Café, bevor wir den Bus zur Sportanlage Buchholz nahmen. Nach 3 Stunden kam Philippe mit dem Rennrad angebraust und übergab mir den Chip. Nun hiess es eine 19km lange Runde über Volketswil und Fehraltorf in den Laufschuhen zu absolvieren.
In der Zwischenzeit war die Temperatur auf 30 Grad angestiegen. Die zwei Verpflegungsstellen mit Wasser und Getränken waren bei diesen Verhältnissen knapp bemessen. Zum Glück hatte eine Bauersfrau unterwegs zusätzlich noch Trinkwasser und Schwämme angeboten. Nach 1 Stunde und 43 Minuten war ich zurück in der Wechselzone. Ein kurzer Schock, Philippe stand nicht abfahrbereit da und ich musste ihn suchen. Nach 1 oder 2 Minuten haben wir uns zum Glück gefunden, er hat wohl nicht damit gerechnet, dass ich schon so früh da sein würde. Nun hiess es für ihn mit dem Bike eine 60km-Schlaufe zurück nach Zürich zu absolvieren. Nach etwas weniger als 3h war er zurück in der Saalsporthalle. So schnell, dass Peter und ich seine Zieldurchfahrt gerade knapp verpasst hatten. Kurz vor 15:00h war der erste Tag für uns geschafft. Nun hatten wir genügend Zeit uns etwas zu erholen und uns geistig für den zweiten Tag vorzubereiten. Abendessen gab es wiederum in der Saalsporthalle. Da noch ein Gewitter mit Regen und ordentlichem Wind vorbeizog wurden um 19:30h alle Sportler aufgerufen, sich in die Saalsporthalle zu begeben. Um 20:30h gab es dann wieder grünes Licht, so dass wir zurück in die rote Zeltstadt durften.
Am Sonntagmorgen klingelte der Wecker um 5:30h. Geschlafen hatte ich auch in dieser Nacht eher unruhig, aber immerhin etwas länger als am Vortag. In der Saalsporthalle gab es wiederum Frühstück. Als wir zurück zum Zelt kamen, um unsere Sachen zu holen regnete es bereits und auch ein Donnern in der Ferne war ab und zu hörbar. Mir blieb nichts anderes übrig als meine Schwimm- und Laufsachen zu packen und den knapp 30-minütigen Marsch zur Landiwiese unter dem Regenschirm in Angriff zu nehmen. Wetterbedingt wurden die Startzeiten etwas nach hinten verschoben, so dass die Single- und Coupleathleten um 7:10h starteten. Der See hatten im Gegensatz zum Vortag einen ordentlichen Wellengang. Ich begab mich mit etwa 400 anderen Athleten ins Wasser, versuchte ruhig zu bleiben und arbeitete mich von Boje zu Boje. Nach 1.5km gab es einen Landgang, bevor die gleiche Strecke nochmals zu bewältigen war. Während dem Schwimmen hatte ich zweimal einen Beinschlag in die Schwimmbrille abgekriegt (Autsch die Dritte und Vierte!), aber sonst bin ich nach einer guten Stunde gesund und ohne Übelkeit dem Zürichsee entstiegen. In der Wechselzone wartete Philippe und übergab mir meine Laufschuhe. In der Zwischenzeit regnete es auch nicht mehr. Die 19km Laufstrecke ging zuerst dem See, dann der Limmat und am Schluss vom Triemli bis ins Albisgüetli dem Panoramaweg entlang. Alles Strecken die ich bestens kenne. Zurück in der Wechselzone bei der Saalsporthalle, hiess nun für Philippe erst mal rund 100km Rennradfahren Richtung Einsiedeln und wieder zurück nach Zürich. Peter und ich hatten nun genügend Zeit ein bisschen rumzuhängen und uns zu verpflegen. Ich checkte mal kurz die Rangliste und stellte mit Schrecken fest, dass wir nur noch a.K. (ausser Konkurrenz) klassiert waren. Eine Abklärung mit der Zeitmessung, ergab, dass ich angeblich am Vortag beim Schwimmen aufgegeben hätte. Ich zeigte meine Garminaufzeichnung vom Schwimmen und erklärte, dass da etwas nicht stimmen könnte. Kurze Zeit war zum Glück geklärt, dass sie die Aufgabe einer falschen Startnummer zugeordnet hatten und wir wieder zurück im Rennen.
Eine halbe Stunde bevor Philippe aufs Bike wechselte, wollten wir mit seinem Bike in der Wechselzone sein. Als wir das Bike holten, merkten wir dass das Hinterrad wenig Luft hatte. Dies war nicht ganz überraschend, da das Problem mit neuen Schlauchlosreifen und der Dichtmilch schon am Vortag bestand. Wir wussten, die Luft würde sicher 3h drinbleiben, aber eben unter Umständen nicht einen ganzen Tag lang. Also schnappten wir uns das Bike und liessen es beim Bike-Service pumpen. Dann mussten noch Philippe's Bidon gefüllt werden. Als wir das Bike gerade in die Wechselzone schoben, kam nach 3 Stunden und 45 Minuten auch schon Philippe mit dem Rennrad in die Wechselzone. Nun war er bereits auf seiner letzten Disziplin im Einsatz. Nochmals hiess es knapp 3 Stunden warten. In der Zwischenzeit baute ich mit Peter schon mal unser Zelt ab. Um 16:45h kam Philippe wieder in der Wechselzone an. Auf dem letzten Kilometer hat er sich noch das Knie im Bikepark aufgeschürft. Er musste unfreiwillig vom Bike, weil der vor ihm fahrende Athlet die schmale Passage im Bikepark nicht fahren konnte und abstieg (Autsch die Fünfte!). Ich übernahm den Chip und absolvierte als Abschluss nochmals einen knapp 12km langen Citytrail. Dieser war zum Glück etwas weniger anspruchsvoll als am Vortag. Nach einer guten Stunde war ich zurück in der Saalsporthalle, wo Philippe und ich gemeinsam den Zieleinlauf feiern konnten. Klassiert haben wir uns im vorderen Mittelfeld, damit sind wir ganz zufrieden.


Samstag, 3. Juni 2017

70.3 Championship Samorin

Nach der 70.3 Challenge in Heilbronn im letzten Juni hatte ich etwas überraschend E-Mail-Post bekommen, dass ich mich für die 70.3 Championship in Samorin qualifiziert hätte, da ich unter den ersten sechs in der Alterskategorie platziert war. Championship? Samorin? Was ist das? Wo liegt Samorin? Nach kurzer Überlegungszeit und nachdem ich rausgefunden hatte, dass Samorin in der Slowakei in unmittelbarer Nähe von Bratislava liegt, hatte ich mich schliesslich ohne weiter zu überlegen angemeldet. Ende letzten Jahres ging es dann darum, die Unterkunft und die Reise dahin zu organisieren. Leider war die für die Athleten empfohlene Unterkunft im x-Bionic Hotel in Samorin Ende November bereits ausgebucht. So buchte ich eine Unterkunft in Cunovo, welche direkt auf der anderen Donauseite von Samorin liegt. Für die Anreise buchte ich für Philippe und mich Flüge nach Wien und reservierte ein Mietauto um ins 80km entfernte Cunovo respektive Samorin zu gelangen.
Die Vorbereitungen für den anstehenden Wettkampf liefen insofern gut, als dass ich regelmässig am Laufen, Radfahren und Schwimmen war. Triathlonspezifisch hatte ich aber praktisch gar nicht trainiert: Kein Openwater-Training, kein Wechseltraining und den Tri-Aufsatz am in der Zwischenzeit zehn Jahre alten Rennrad hatte ich gerade einmal Probe gefahren vor der Anreise. Irgendwie war der Wettkampf doch plötzlich sehr früh in der Saison und ich gar noch nicht bereit dazu.
Am Donnerstagmorgen flogen wir schliesslich nach Wien und bezogen da unser Mietauto. Nach etwa einer Stunde Autofahrt erreichten wir unser Hotel. Den Nachmittag und Abend nutzen wir noch für eine Stadtbesichtigung per Rad in Bratislava, von Cunovo wunderbar in etwa 45 Minuten auf dem Donauradweg erreichbar. Am Freitagmorgen machten wir nochmals eine kurze Radtour, bevor wir nach Samorin zur Startnummern-Ausgabe und Bike-Check-In fuhren. Da es keine Fähre in Cunovo gibt, mussten wir uns mit dem Auto durch den Feierabendverkehr kämpfen, um auf die andere Seite der Donau zu gelangen und brauchten für die rund 40 Kilometer geschlagene 1 1/2h. Dort lief dann aber alles reibungslos und bevor wir wieder zurückfuhren, verpflegten wir uns an der Pasta-Party.
Am Samstag war schliesslich Raceday. Um 7:45h fuhren wir in Cunova ab und ich war um 8:30h in der Wechselzone. Der Start erfolgte zum Glück in Wellen, so dass eine grössere Schlägerei beim Schwimmstart nicht nötig sein sollte. Die Startzeit der Frauen 40 Plus war um 9:30h. Fünf Minuten vorher wurden wir ins Wasser gelassen und pünktlich fiel der Startschuss. Das Schwimmen verlief eigentlich gut, aber irgendwie war ich doch recht langsam unterwegs und die 1,9km in der Donau zogen sich in die Länge. Nun ging es durch eine lange Wechselzone zuerst zu den Kleidersäcken, dann ins Wechselzelt und schliesslich zum Rad. Die 90km-Radstrecke war flach und weitgehend auf guten Strassen, ausser die rund 12km auf dem Donauradweg waren teilweise etwas holprig. Auf dem Hinweg hatten wir wohl etwas Rückenwind, welcher sich auf dem Rückweg als leichter Gegenwind entpuppte. Nicht tragisch, aber halt bei zunehmender Ermüdung und Wärme doch bremsend. Trotzdem konnte ich auf dem Rad ein paar Plätze gutmachen. Zurück in der Wechselzone parkierte ich mein Rad, bezog meinen Kleiderbeutel, begab mich ins Wechselzelt und machte mich auf die Laufstrecke. Wir mussten drei Runden à 7km in der prallen Sonne absolvieren, jeweils ein Kilometer davon ging über Wiese und eine Pferderennbahn. Der weiche Untergrund empfand ich als nicht sehr angenehm und ich fühlte mich da jeweils ziemlich schlapp und ausgebremst. Obwohl ich nicht das Gefühl hatte sehr schnell unterwegs zu sein, überholte ich noch diverse Teilnehmerinnen und konnte Ränge gut machen. Nach rund 5 1/2h war ich schliesslich im Ziel und bin mit Rang 10 von 26 gestarteten Frauen in der AK 45-49 in Anbetracht der wenig triathlonspezifischen Vorbereitung auch mehr als zufrieden.